E-Mobilität: München etabliert sich zum Hotspot

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Laurin Hahn (li.) und Jona Christians, Gründer des Münchner Start-ups Sono Motors

Es sind nicht nur die Stadtwerke, Behörden und die Stadt selbst, die München zu einem Hotspot in Sachen E-Mobilität und klima- bzw. ressourcenfreundlichem Verkehr machen. Vielmehr gibt es zahlreiche weitere etablierte Unternehmen und vor allem Start-ups, die den Wandel hin zur Elektromobilität durch ihre Technologien und Services forcieren

Lilium
Eine besonders ausgefallene Vision verfolgt zum Beispiel das 2015 in Weßling gegründete Unternehmen Lilium. Sein Motto ist: kein Reifenabrieb, keine Abgase und keine Staus mehr. Ermöglichen soll dies in der Zukunft der Lilium Jet. Hierbei handelt es sich um ein senkrecht landendes und startendes Luftfahrzeug, ein so bezeichnetes eVTOL (engl. für: electric-vertical-take-off-and-landing).
Angetrieben von 36 Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 320 kW soll der Lilium Jet in der serien-reifen Variante auf eine Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h und eine Reichweite von 300 Kilometern pro Ladung kommen. Insgesamt fünf Passagiere finden Platz in dem Luftfahrzeug. Versuche mit Prototypen finden regelmäßig statt. Für eine zweisitzige Variante läuft sogar bereits das EASA-Zulassungsverfahren.
Klappt das Vorhaben der vier Gründer aus München, fungiert der Lilium Jet in einigen Jahren als klima-freundliches Lufttaxi, das zusätzlich den Verkehr auf Münchens Straßen entlastet. Geplant ist auch, dass die Flüge nicht teurer sind als herkömmliche Taxifahrten.

Ionity
Das 2017 in München gegründete Unternehmen Ionity stellt ein klassisches Joint Venture dar. Beteiligt sind zum Beispiel Daimler, Porsche, BMW, VW, Audi, Ford und Hyundai. Größter Gesellschafter ist seit November 2021 die US-amerikanische Investmentgesellschaft Black Rock. Als Ladeinfrastruktur-Anbieter betreibt Ionity ein Netz von HCP-Ladestationen (steht für High-Power-Charging). Ausgehend von München bzw. Münchens Straßen ist ein europaweiter Flächenausbau geplant. Über 40 Millionen Euro wurden bislang investiert. Damit stellt das Münchner Unternehmen einen wichtigen Erfolgsfaktor für die europaweite E-Mobilität dar.

Magment
Im Jahr 2015 in München gegründet, arbeitet das Unternehmen an hochmodernen, bahnbrechenden und kabellos induktiven Ladeinfrastrukturen. Schon jetzt ist Magment Weltmarktführer im Bereich des induktiven Ladens (kabellos) via Magnetbeton. In den nächsten Jahren möchte das Unternehmen den emissionsfreien elektrifizierten Transport mit seinen modernen Technologien revolutionieren. E-Fahrzeuge sollen nicht mehr zur Ladestation fahren, sondern dort aufgeladen werden, wo sie gerade fahren.

Twaice
Das Unternehmen mit Sitz in München bietet prädiktive Analysesoftware. Mit dieser können Betrieb und Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien optimiert werden. Die auf KI basierende Software ermittelt den Batteriezustand, bestimmt die Alterung, analysiert die Leistung und prognostiziert die Alterung bzw. die Lebensdauer. Dadurch können komplexe Batteriesysteme für E-Fahrzeuge nachhaltiger, zuverlässiger und effizienter entwickelt und betrieben werden.

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IONITY errichtet, betreibt und erweitert kontinuierlich sein Ladenetzwerk entlang von Autobahnen in 24 europäischen Ländern. Der Strom wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen

e-mobilio
Einfach ausgedrückt, bietet e-mobilio eine digitale Kaufberatung. Als herstellerneutrale Vermittlungs- und Beratungsplattform unterstützt das Unternehmen potenzielle Käufer von E-Fahrzeugen dabei, eine individuell passende E-Mobility-Lösung zu identifizieren. Die Bandbreite an Leistungen reicht vom Auswählen des E-Fahrzeugs selbst und von einer passenden Ladelösung über einen bequemen Installationsservice bis hin zum besten Ladetarif und den entsprechenden Fördermöglichkeiten. Dabei müssen Sie nicht einmal die Seite wechseln. Sie können alles direkt auf der e-mobilio Website klären und kaufen.

Last Bike
Das erst 2018 gegründete Unternehmen vermietet im gesamten Münchner Stadtgebiet elektrische Lastenräder. Die Räder sind in jedem Stadtteil bei ansässigen Partner-Stationen verfügbar. Jedes Rad kann online gebucht werden. Bei Abholung erhalten Sie das E-Bike, den Schlüssel, den Akku sowie das Licht. Etwas ungünstig: Am Ende der Mietzeit muss das Rad an derselben Station zurückgegeben werden.

Wirelane
Das Portfolio von Wirelane umfasst neben innovativen Lademöglichkeiten auch intelligente Steuerungs- und Betreibersoftware für Ladesäulen. Zudem bietet die 2020 gegründete Firma ein breites Spektrum an Betriebs- und Beratungsdienstleistungen im Segment Ladeinfrastruktur. Ob Planung, Aufbau, Verwaltung, Wartung oder Abrechnung von Ladevorgängen – aktuell kümmert sich Wirelane um das Management von weit über 20.000 Ladepunkten im Kundenauftrag. Insgesamt bietet das Unternehmen als Elektro-Mobilitäts-Provider (EMP) europaweit über 97.000 öffentliche Ladepunkte und rechnet mindestens 70.000 Ladetransaktionen pro Monat für die eigenen Kunden ab.

Sono Motors
Seit 2016 tritt das Unternehmen an, um die Mobilität grundlegend zu verändern respektive zu revolutionieren. Als Mission hat sich Sono Motors selbst das Ziel auferlegt, jedes Fahrzeug mit Solarzellen auszurüsten. Dafür hat das Unternehmen eine eigene Solartechnologie entwickelt, die für die Integration in sämtliche Fahrzeugtypen geeignet ist. Zudem reduziert die innovative Technologie den CO2-Ausstoß und ebnet damit den Weg für eine klimafreundliche Mobilität.
Aktuell arbeitet Sono Motors mit Hochdruck an einem gleichzeitig zukunftsweisenden und alltagstauglichen E-Auto (Sono Sion), dessen Antrieb auf integrierten Solarzellen basiert und zusätzlich innovative Mobilitätsdienstleistungen bietet.
Der Sion soll bei Verkaufsstart sehr günstig sein, über eine Solar-Integration als Alleinstellungsmerkmal verfügen und eine Lösung für die breite Masse im Rahmen einer gemeinschaftlichen Nutzung erlauben. Spätestens 2023 wird der E-Wagen in den Handel kommen. Bisher liegen fast 20.000 Vorbestellungen vor. In der Zukunft will das Unternehmen auch anderen Fahrzeugherstellern und Bootsbauern Lizenzen erteilen, damit diese ihre eigenen Fahrzeuge bzw. Bootsmodelle mit der neuen Solartechnologie ausstatten können.

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