Endlich wieder Wiesn! Das Oktoberfest in Zahlen

Achterbahn auf dem Oktoberfest in München, Bayern, Deutschland
Nach langem Warten endlich wieder Wiesn mit Fahrgeschäften, Zelten und alles was dazugehört. Quelle: muenchen.de/Statistisches Amt München

Nach zwei Jahren ohne Oktoberfest verkündete der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter am 29. April gegen 12.30 Uhr, dass das Oktoberfest 2022 wieder stattfinden wird. Für alle, die inzwischen schon gar nicht mehr wissen, was das ist, hier ein paar Daten aus dem Jahr 2019 zum größten Volksfest der Welt.

Das Oktoberfest auf einen Blick

Das 186. Oktoberfest und die 7. Oide Wiesn wurden vom 21. September bis zum 6. Oktober 2019 abgehalten und von etwa 6,3 Millionen Gästen besucht. Die Oide Wiesn mit drei Festzelten, einem Museumszelt, einem Marionettentheater und 42 historischen Schaustellergeschäften und -buden konnte 556.920 zahlende Besucher verbuchen. Diese vielen Menschen brachten auch eine gehörige Menge Durst und Hunger mit. Insgesamt 96 gastronomische Betriebe und 196 Marktbuden standen zur Befriedigung dieser Bedürfnisse auf dem Oktoberfest (ohne Betriebe der Oidn Wiesn) zur Verfügung. Neben anderen gastronomischen Betrieben luden 14 Festzelte, 29 Wurstbratereien und 15 Stehcafés zum Verweilen ein. Für den schnellen Hunger und Durst zwischendurch boten 44 Feinkost- und Brotstände ihre Produkte an. Für Schleckermäuler und Naschkatzen gab es an 112 Verkaufsbuden Süßwaren, Eis und glasierte Früchte.

80.000 Hektoliter Bier, 434.998 Hendl und 125 Ochsen wurden auf der Wiesn 2019 konsumiert

Wiesn Schmankerl

Mehr als 80.000 Hektoliter Bier wurden ausgeschenkt, darunter 1.572 Hektoliter alkoholfreies Bier. Dazu kamen fast 100.000 Liter Wein und 48.630 Liter Sekt und Champagner. 434.998 Brathendl, 218.705 Schweinswürstl und 566.484 Bratwürstl wurden verzehrt. Am deutlichsten angewachsen ist der Konsum von Fisch. So war 2019 der Verkauf von 65.898 kg Fisch etwa ein Drittel höher als 2018 mit 49.825 kg. Außerdem fanden 125 Ochsen und 30 Kälber ihren Weg in die Mägen der Festbesucherinnen und -besucher.
Diese Speisen und Getränke hatten leider auch ihren Preis. So kostete 2019 in den Festzelten eine Maß Bier im Durchschnitt 11,71 Euro, 2018 waren es noch 11,30 Euro. Eine halbe Ente mit Knödel kostete 28,41 Euro (2018: 27,29). Für einen Schweins­braten mit Knödel waren erstmals über 19 Euro zu bezahlen und damit 0,73 Euro mehr als im Jahr 2018. Auch das halbe Brathendl legte um 0,47 Euro zu und kostete durchschnittlich 12,50 Euro. Erkennbar günstiger wurde das Tellerfleisch (Tafelspitz). Hier sank der Preis um fast 3 Prozent von 19,17 Euro im Jahr 2018 auf 18,61 Euro.

Buden und mehr

56 Marktbuden verkauften Scherzartikel und Andenken. Unter den übrigen 221 Schaustellerbetrieben waren 60 Schieß-, Wurf- und Spielbuden, 15 Schau- und Belustigungsgeschäfte und 15 Kinder(fahr)geschäfte. Eine Besonderheit des Oktoberfestes ist das Wiesnpostamt. Hierzu meldete die Deutsche Post AG, dass täglich bis zu 1.500 Sendungen dort abgegeben wurden. Insgesamt wurden über 20.000 Postkarten und Briefe sowie rund hundert Pakete von der „Wiesn-Post“ versandt.

Die unschönen Seiten...

Leider ist dieses große Volksfest auch immer mit enormen Abfallmengen verbunden. So fielen insgesamt 1.620 Tonnen Abfall an, 897 Tonnen, etwa 55 Prozent, landeten im Restmüll. 579 Tonnen waren Speisereste und Knochen, 79 Tonnen Glasbruch und 65 Tonnen Papier.
Das Polizeipräsidium meldete 959 auf dem Festgelände begangene Straftaten, darunter 279 Körperverletzungen, 238 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und 139 Taschendiebstähle. Leider waren unter diesen Straftaten auch 23 Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte, von denen elf Verletzungen davontrugen. Insgesamt wurde die Wiesnwache zu 2.000 Einsätzen gerufen. Deutlich häufiger musste der Rettungsdienst der Feuerwehr ausrücken. 3.027 Einsätze wurden gemeldet, darunter 202 Einsätze des Notarztdienstes der Berufsfeuerwehr.
Im Wiesnfundbüro waren 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, sie konnten 4.143 Fundsachen entgegennehmen und 1.048 davon ihren Besitzern zurückgeben. Unter den Fundsachen waren 950 Ausweise, 660 Geldbeutel und 585 Handys/Smartphones.

Es bleibt abzuwarten, ob das Oktoberfest 2022 diese Zahlen erreicht, möglicherweise deutlich überbietet oder weit dahinter zurückbleibt. Das Statistische Amt München ist auf jeden Fall gespannt auf die Zahlen der Wiesn 2022.

Wem die klassische Wiesn zu viel ist, der findet auch außerhalb des Festplatzes Orte mit Tracht, Feststimmung und Volksfest-Feeling. Lesen Sie hier mehr dazu.

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