Licht im Schacht

Boeschung_Kellerschacht
Vielfältig Investiert man etwas mehr Fläche, erhält man mehr Lichtausbeute und mehr Gestaltungsmöglichkeiten, muss aber für Einbruchschutz verstärkt vorsorgen (homesolute)

Das Dach als Bauland ist in Mode. Doch auch der Keller bietet tolles Potential – gerade im Sommer zieht es einen gerne in die kühlere Tiefe, um die Wäsche zu erledigen, die Muskeln zu trainieren, oder ein wenig zu Arbeiten.
Keller oder Bodenplatte? Die Frage stellt sich fast jeder Bauherr. Immerhin lässt sich der Preis für einen Mittelklassewagen einsparen, wenn man auf das Untergeschoss verzichtet. Geld, das an anderer Stelle des Baus sehr willkommen ist. Raten wird Ihnen jedoch niemand auf einen Keller zu verzichten – zu groß sind dessen Vorteile. Über den genauen Nutzen müssen Bauherr und Baufrau im Vorfeld gar nicht erst ins Detail gehen. Eher früher als später bietet ein Keller willkommenen zusätzlichen Platz – ob als Hausarbeitsraum, Raum für Hobbys, als Gästezimmer, Spielzimmer, als ungestörtes Arbeitszimmer, oder für Heranwachsende gerne als „sturmfreie Bude“. Dank genügend Stauraum im Keller, müssen Gartenhäuserl oder Garage später nicht den Bedarf an Abstellmöglichkeiten ausgleichen und ebenerdige Räume oder gar Grünflächen gehen nicht an Hauswirtschaft und -technik verloren. Das ist besonders in unseren Regionen, in denen die Grundstückspreise sehr hoch sind, ein relevanter Vorteil. Nicht zuletzt wird unterkellerten Häusern ein höherer Wiederverkaufswert nachgesagt: ein Grund, weshalb Banken oft höheren Beleihungsgrenzen bei der Hypothek zustimmen. Auch bauphysikalische Gründe können für einen Keller sprechen, denn das Untergeschoss ist nicht nur Klimapuffer, sondern auch Schallschlucker. Vor allem bei Doppel- oder Reihenhäusern kommt man daher kaum ohne einen Keller aus.
Ein Keller verbessert die Lebensqualität jedoch erst richtig, wenn er überhaupt eine wohnraum-
ähnliche Nutzung ermöglicht. Daran sind gewisse Vorschriften geknüpft. Zu diesen zählen zum Beispiel eine gute Dichtung gegen Wasser von außen (natürlich besonders in Hochwassergebieten), die Wärmedämmung, die Ausstattung mit einer Heizung und einer Wasserversorgung, eine Deckenmindesthöhe und eine ausreichende Menge an natürlichem Lichteinfall. Je mehr Tageslicht in einen Wohnkeller eindringen kann, desto heller und freundlicher wirkt der Raum.

Verglaster Kellerschacht
Der Lichtschacht eines EFH wurde mit begehbarem Glas und verzinkten Gitterrosten abgedeckt (Metallbau Fröbel)
Kellerschacht Glasbausteine
Die „Resi“ Lichtschachtabdeckung garantiert die Belüftung des Kellerraums bei gleichzeitigem Regen- und Insektenschutz (Neher)

Häuslebauer von heute haben diesbezüglich, was die Ausstattung ihrer Kellerräume angeht, durchaus Vorteile gegenüber den Besitzern älterer Immobilen, in denen diese noch mit teilweise viel geringerer Deckenhöhe gerade Platz für den Öltank und die Heizung parat hielten. Doch zweifellos sind, damals wie heute, Lichtschächte oft Stiefkinder bei der Bauplanung, dabei gibt es mittlerweile wirklich tolle Lösungen.
Obwohl die früher wichtige Nebenfunktion als Einfüllöffnung zur Einlagerung von Kartoffeln, Kohle & Co. heute komplett entfällt, findet man noch immer meist kleinste Schächte mit gewöhnlichen abnehmbaren Lichtschachtrosten, gesichert durch uralte Zahlenschlösser deren Kombination die Vorbesitzern mit ins Nirgendwo oder die Großeltern mit ins Grab genommen haben. Was sich gottlob weitestgehend verabschiedet hat ist allerdings das vermeintlich sichere Eisenfenster mit zusätzlicher Einfachverglasung. Diese findet man heutzutage, wenn überhaupt nur noch in reinen Lagerräumen – sehr zum Wohle von Energiebilanz und Wohlfühlatmosphäre.

Am Tageslichteinfall bemisst sich die Qualität in einem Wohnkeller:
Je heller die Räume sind, umso freundlicher ist auch das Klima

Heute werden Kellerfenster in größerer Vielfalt und tollem Komfort angeboten. Wie bei allen Fenstern im Haus muss auch bei ihnen zunächst überlegt werden, welchen Zweck und welche Bedingungen die neuen Fenster erfüllen sollen.
Die Fenster des Kellers liegen meist – zumindest zum Teil – unter Erdniveau. Für die natürliche Beleuchtung der Kellerräume ist das ein Nachteil. Denn auch an sie haben wir ähnlich hohe Anforderungen hinsichtlich Belichtung, Belüftung, Wärme- und Schalldämmung und Sicherheit, wie die Fenster anderer Aufenthalts- oder Wohnräume. Die meist praktizierte Lösung bieten hochwertige Kellerfenster in Verbindung mit vorgefertigten Lichtschachtsystemen – die sicherlich durchdacht, wirtschaftlich sinnvoll sind. Sie schaffen einen kleinen Freiraum vor dem Kellerfenster und leiten eine mäßig gute Tageslichtausbeute in die dahinter liegenden Räume. Wer über genügend Platz vor dem Fenster verfügt, der sollte direkt bei der Anlage des Gartens über eine sogenannte Anböschung nachdenken, um eine maximale Ausbeutung des Tageslichts zu erreichen. Natürlich gibt es neben den rein architektonischen Maßnahmen mittlerweile auch weitere, vielfältige Möglichkeiten, um beispielsweise auch mit künstlicher Beleuchtung einen Lichtmangel auszugleichen. Dennoch ist und bleibt Tageslicht unser Favorit, und so sind Lichtschacht , Lichtgraben oder -böschung vor dem Kellerfenster die einträglichste Lösung um die Fenster im Keller größer zu gestalten und die Räume mit einer freundlichen und angenehmen Helligkeit zu verwöhnen.

Lichtschacht Profil

Die druckwasserdichte Montage des fertig montierten Lichtschachts „Aco Therm“ erfolgt ohne Bohrungen im Mauerwerk und erlaubt einen Anschluss des Lichtschachts ohne Wärmebrücken (Aco Tiefbau)

Kann man Lichtschächte nachrüsten? Natürlich könnte an der Außenseite des Kellers ein einfacher Schacht ausgehoben werden, der dann vermauert oder betoniert wird. Hinsichtlich der Wärmedämmung und Wasserdichtigkeit schafft man sich so aber meist eine erhebliche Schwachstelle. Experten raten hier definitiv zu den modernen Lichtschachtsystemen in Form von Fertigteilen aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder Beton. Sie sind mit wasserdichten Montageplatten ausgestattet, die eine lückenlose Wärmedämmung gewährleisten. Dazu gibt es passende wasserdichte Kellerfenster. Standardmäßig  werden die Lichtschächte nach wie vor mit einem klassischen Gitterrost sinnvoll abgedeckt. Während man sich jedoch früher – aufgrund meist fehlender Sortimentsauswahl – bereits damit begnügen musste, dass das klassische Edelstahlgitter zwar funktional, aber wahrlich kein echter Blickfang war, setzen jetzt moderne, innovative Lichtschachtabdeckungen, teils sogar aus Glas, sehenswerte neue Akzente. Auch um den Lichtschacht über die Jahre sauber und voll funktionstüchtig zu erhalten, lohnt sich die Investition in so ein spezielles Schutzgitter. Somit ist der Lichtschacht vor Wind, Regen und anderen Witterungseinflüssen geschützt. Es gibt sogar Modelle, die Regen und Schnee abhalten und so im Grunde genommen die gesamte Bausubstanz, die bei Überflutung oder Hochwasser, unter dem eindringenden Wasser leiden würde, schützt. Je nach Ausführung sind Abdeckungen begehbar oder sogar mit Pkws befahrbar.

Diesen Artikel teilen

Share on facebook
Share on pinterest
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on facebook
Share on pinterest
Share on twitter