Radtour durch Moore und Filze – Von Bad Aibling nach Bad Feilnbach

Moorbahn
Die Bahnstrecke Bad Aibling-Feilnheim war nach der Bahnstrecke Türkheim–Bad Wörishofen die zweite elektrisch betriebene Vollbahn Bayerns; Fotos: J. Berg Verlag/ Eva Krötz

Zwischen den bekannten Moorheilbädern Bad Aibling und Bad Feilnbach verkehrte einst die erste elektrische Eisenbahn in Bayern. Auf unserer Moorrunde entdecken wir die Sterntaler, Koller- und Hochrunst-Filze mit Aussichtsplattformen, Vogelbeobachtungsstationen und Moorbahn.

Bahnstrecke Bad Aibling–Feilnbach

Die 12,1 Kilometer lange Lokalbahn von Bad Aibling nach Bad Feilnbach wurde nach langen Planungen 1897 in Betrieb genommen. Die Bahn wurde elektrisch mit Gleichstrom aus einem eigens dafür gebauten Wasserkraftwerk an der Mangfall betrieben. Eingesetzt wurden Personen- und Gütertriebwagen, die eher Straßenbahnen glichen. Wurde die Bahn anfangs zusammen mit der Ammergaubahn von der Süddeutschen Elektrischen Lokalbahnen Aktiengesellschaft betrieben, wechselte sie zur Jahrhundertwende die Besitzer. Die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft übernahm die Linie und ersetzte die kleinen Fahrzeuge durch aus Waggons umgebaute Triebwagen. 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Ende der 1960er-Jahre wurde das Wasserkraftwerk stillgelegt und die Strecke auf Einphasenwechselstrom umgestellt. So konnte der Personenverkehr bis 1972 aufrechterhalten werden. Im letzten Betriebsjahr übernahmen Dieseltriebwagen den Verkehr, bis die Strecke Ende 1973 komplett stillgelegt wurde.

Mit dem Radl nach Bad Feilnbach

Vom Bahnhof Bad Aibling fahren wir auf dem Radweg mit dem Schild »Radeln rund um Rosenheim« hinter dem Bahnhof zwischen Gleisanlagen und Schrebergärten zum nächsten Bahnübergang. Dort geht es links über die Gleise und rechts in den Bahntrassenradweg nach Bad Feilnbach. Asphaltiert, eben und von Alleebäumen begleitet geht es an den letzten Häusern vorbei, dann über die 52 Meter lange Mangfallbrücke, die jedoch nicht mehr im Original erhalten ist. Nach der Straßenunterführung erreichen wir Willing. Der Bahnhof befand sich etwa an der Stelle, wo heute der Kindergarten steht. Das Gebäude erinnert ein wenig an den Baustil eines Lokalbahnhofs. Mit herrlichem Blick auf die Alpen und den markanten Wendelstein erreichen wir Berbling. Die Haltestelle befand sich bei den Rastplätzen vor der Ortseinfahrt. Vorbei an Wiesen und Wäldern geht es nach Dettendorf. Die Brücke über die Dettendorfer Kalte ist noch erhalten, hinter der Kreuzung rechts befand sich das hölzerne Bahnhofsgebäude mit Güterschuppen. Nach der Autobahnunterführung ist die Trasse im Wald geschottert, dann endet der Bahntrassenradweg unvermittelt am Ende des Waldes. Der weitere Verlauf der Trasse ist gänzlich verschwunden, wir folgen den Radwegschildern nach Bad Feilnbach nach links. Am Querweg geht es rechts und durch Au bei Bad Aibling hindurch, wo es einst einen Bahnhof gab.

Moorbäder und Filze

Nun führt der asphaltierte Radweg gut markiert mit herrlichem Alpenpanorama an einer Kapelle vorbei, dann am Jenbach entlang. Auf einer Bogenbrücke geht es links über den Bach und nach einer Straßenkreuzung biegen wir ohne Radwegmarkierung rechts in die Ackerpointstraße, über die Bachbrücke und den zweiten Weg links Richtung Café Waldeck. Wir befinden uns erneut auf der Bahntrasse (Achtung, hier nur ein Fußweg), zum krönenden Abschluss geht es über eine erhaltene Blechträgerbrücke. Nach dem Freibad von Bad Feilnbach geht es kurz auf schmalem Weg zu einer Brücke. Rechts gelangen wir in die Bahnhofstraße, die uns links in die Ortsmitte von Bad Feilnbach bringt. Das Bahnhofsgebäude befand sich am heutigen Busbahnhof am Ende der Bahnhofstraße links. Über die Brücke nach links geht es weiter zur Moosmühle. Nach den letzten Häusern von Bad Feilnbach biegen wir an der nächsten Kreuzung links ab zum Café Moosmühle, ein wunderschön gelegenes Café mit Bergblick. Wir wenden und folgen an der nächsten Kreuzung dem Bodensee-Königssee-Radweg nach links. In Wiechs geht es links und am nächsten Querweg nach dem Ort mit der Markierung »BF 17« links Richtung »Moorerlebnis Sterntaler Filze«. Wir folgen den kleinen Schildern bis zum Fahrradparkplatz vor den Sterntaler Filzen. Zu Fuß geht es auf Bohlenwegen an schwarzen Moortümpeln vorbei zu einer Vogelbeobachtungsstation, zu alten Torfstichplätzen, Torfhügeln und Aussichtspunkten mit Blick über die renaturierten Kollerfilze. 

Kühe
Auf dem Radweg fährt man an Wiesen und Wälder vorbei

Auf dem Weg zwischen den beiden Radparkplätzen geht es auf der »BF 17« weiter in den Wald und nach dem Waldstück an der Gabelung links und weiter nach Kleinholzhausen. Im Ort fahren wir links und an der nächsten Kreuzung links Richtung Neubeuern. Nach der Brücke bei den Häusern von Spöck geht es links Richtung Kolbermoor und die Waldstraße entlang bis zum Fußballplatz von Nicklheim. Hier fahren wir zweimal links zur Moorstation Nicklheim am Parkplatz entlang in den Wald. Nach der Schranke halten wir uns rechts und können einen kurzen Abstecher zur Vogelbeobachtungsstation auf dem Schwarzkehlchenpfad unternehmen. Weiter geht es auf dem Forstweg, dann links zur Moorstation Nicklheim mit Aussichtsplattform und Torfbahn. Wir wenden und schieben das Rad links auf einem Bohlenweg durch das botanische Lehrgelände, dann geht es links mit dem Braunkehlchenpfad auf einem Pfad an den Schienen der alten Torfbahn entlang. Wer will, kann auf dem Rotkehlchenweg am nächsten Abzweig rechts direkt nach Nicklheim radeln, schöner ist es, den Gleisen zu folgen. Am nächsten Bahnübergang erwartet uns links erneut eine Vogelbeobachtungsstation, dann geht es an den hölzernen Loren der Torfbahn vorbei und rechts nach Nicklheim. Geradeaus befindet sich der Bahnhof der Torfbahn, links führt unser Radweg weiter. Nun folgen wir bis Bad Aibling den Schildern »Radweg rund um Rosenheim«. Nach der Autobahnunterführung finden wir in Westerndorf den einladenden Gasthof Huberwirt. Dann fahren wir nach links und über Schlipfham erreichen wir die Stadt Kolbermoor. An der großen Straße geht es links und an der Ampelkreuzung rechts Richtung Zentrum bis zur Mangfall, der wir links nach Bad Aibling folgen. Im Sommer nutzen zahlreiche Badefreunde das kühle Nass für eine Erfrischung oder sonnen sich auf den Kiesbänken. Erst an der Brücke des Bahntrassenradweges biegen wir rechts ab zum Bahnhof von Bad Aibling.

Tourencharakter
Der Bahntrassenradweg Bad Aibling–Bad Feilnbach sowie die restliche Radstrecke sind teils asphaltiert, teils geschottert und eben; nahezu kein Autoverkehr auf der gesamten Runde

Ausgangspunkt
Bahnhof Bad Aibling

E-Bike-Verleih
Radl Meier
Aiblinger Str. 17c, 83043 Bad Aibling
Tel. 08061.9367396
radlmeier.com

Fahrradtour Bahnstrassenradweg Bad Aibling
Karte: Bruckmann Verlag/ Heidi Schmalfuß

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BUCHTIPP:

Bahnstrassen-Radeln in Bayern

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