Vom Zauber der Zirbe

Jahrhundertelang prägte Zirbenholz alenländische Bauten und urige Bauernstuben. Heute ist das helle, duftende Gewächs in unseren Räumen, besonders im Schlafzimmer, beliebt wie nie zuvor. Was steckt dahinter? Ja, es gibt sie noch, die Gattung der nervösen, überlasteten und ausgebrannten Menschen. Doch sie werden weniger, denn der unnatürliche Lebensstil, den sie lange bewusst und imagefördernd lebten, wird von Grund auf reformiert. Die Tatsache, ständig mit Reizen überflutet und nahezu überall den Strahlungen unserer vernetzten Welt ausgesetzt zu sein, führt in der neuen Konsequenz zu einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein inklusive der Zuwendung zur Natur. Dabei geht es nicht allein darum, was wir wie gesund konsumieren oder wie vernünftig wir unsere Freizeit verbringen. Ein gesundes, nachhaltiges Leben beginnt mit den verwendeten Materialien und Möbeln in den eigenen vier Wänden. Der Ruf der Naturmöbel hat sich gewandelt. 

Früher herrschte die Meinung, dass „Ökomöbel“ ohne Rücksicht auf Design aus rohem Holz bestehen. Einige Konsumenten erachteten sie für zu plump, zu teuer, zu altbacken oder gar zu „langlebig“. Auf der anderen Seite schien es ihnen aber auch egal zu sein, wie viel Schadstoffe sich in herkömmlichen Möbeln verbergen können. Der Aufklärung sei dank möchte heute niemand mehr Möbel, die die Atemluft zu Hause mit Formaldehyd und giftigen Holzschutzmitteln verpesten, sondern man legt Wert auf ein schadstoffgeprüftes, gesundes Umfeld. So präsentieren sich aktuell Möbel und Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft (ohne Regenwald!) in zeitgemäßem Gewand und punkten dabei längst nicht allein optisch. 

Ein Baum steht bei diesem Trend besonders im Fokus: die Zirbelkiefer, auch Arbe, Arve, Zirbe oder Zirbel genannt. Jahrhundertelang prägte Zirbenholz alpenländische Bauten, urige Bauernstuben und Gasthäuser waren mit dem Holz verkleidet. Glaubt man einer Volksweisheit, gab es in mit Zirbenholz vertäfelten Stuben sogar weniger Streitereien, dafür mehr Geselligkeit und pure Harmonie. Auch war es viele Jahrhunderte lang in diversen ländlichen Gegenden der Alpen und der Karpaten Brauch, Neugeborene in Wiegen aus Zirbenholz zu legen, die daraufhin in ihren Nestchen zufrieden und brav schlummerten. Doch was genau ist das Geheimnis der „Königin der Alpen“, wie die Zirbe oft genannt wird?

Die Zirbe zählt zu den vielseitigsten und funktionalsten Holzarten. Zusammen mit Lärchen und Latschen ist die Zirbe an der oberen Baumgrenze auf bis zu 2.500 Meter Seehöhe zu finden. Sie wächst langsam, wird bis zu 20 Meter hoch und kann bis zu 1.000 Jahre alt werden. Wegen der harten Klimabedingungen braucht die Zirbe ein starkes Immunsystem und bildet deshalb ungewöhnlich viele Harze, die sie vor allem im rötlich gefärbten Kernholz einlagert. Wird der Baum in der Höhe durch Schnee und Sturm verletzt, schützt sich die Zirbe mit der keimtötenden Wirkung dieser Harze gegen Infektionen. Das Harz und die darin enthaltenen ätherischen Öle zeigen sich verantwortlich für den überaus angenehmen Duft und die vielen weiteren positiven Eigenschaften, aus denen wir daheim unseren Nutzen ziehen können.

Zirbenbaum

 

„Jeder kann für sich selber, ein Gutes Gefühl und die Gesundheit eigene Werte schaffen“

Seit jeher werden der Zirbe vielfache besonders positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen zugeschrieben. Sie verbessert nachweislich und nachhaltig das Raumklima und hat eine positive Wirkung auf stressgeplagte Gemüter. Der Geruch der Zirbe wirkt sehr entspannend, das harzreiche Holz lässt praktisch keine Strahlungen durch, hält Ungeziefer fern und wirkt auf den menschlichen Organismus wie eine Glücksdroge. Wissenschaftler der österreichischen Forschungsgesellschaft Johanneum Research (Institut für Nichtinvasive Diagnostik, Weiz) evaluierten im Auftrag eines interregionalen Forschungsprogramms in einer viel zitierten Blindstudie die Auswirkungen von Zirbenholz auf Belastungs- und Erholungsfähigkeit an 30 gesunden Erwachsenen. Dabei ergab sich, dass allein der Aufenthalt in Zirbenholzzimmern die Kraft für die Bewältigung des Alltagsstresses erhöhte und die erforderlichen Erholungsphasen verkürzte. Die Duftwahrnehmung ist bei uns Menschen an das Emotionszentrum, das sogenannte limbische System gekoppelt. Duft und Wohlbefinden hängen daher eng zusammen. 

Zirbenholzduft wirkt aktivierend auf den Parasympathikus, den beruhigenden „Ruhenerv“ und Gegenspieler zum oft stressbedingt überaktiven Sympathikus, der den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzt. Die deutlichsten Unterschiede zeigten sich in Bezug auf die Schlafqualität. So war beim Schlaf im Zirbenbett eine signifikant niedrigere Herzrate im Vergleich zum Spanplattenbett mit Holzdekor feststellbar. Auch die Erholung des vegetativen Nervensystems war wesentlich stärker ausgeprägt. Die Ersparnis an Herzschlägen in Zirbenholzbetten betrug im Vergleich zu den Holzdekorbetten etwa 3.500 Herzschläge – was so viel heißt wie: Schlafen im Zirbenbett erspart dem Herzen etwa eine Stunde Arbeit pro Tag. Auch bei der so wichtigen Schlaftiefe konnte Zirbenholz überzeugen. Festgestellt wurde ein besserer und tieferer Schlaf und der erste, besonders wichtige Schlafzyklus war im Zirbenholzbett laut der Studie deutlich verlängert. Es ist einfach die Mischung aus Historie, Herkunft und Heilkraft, die die Zirbe zu Recht wieder zu einem der begehrtesten alpinen Hölzer macht und naturverbundene Leistungsmenschen mit ihrer Behaglichkeit verwöhnt.

gut zu wissen …

Zirbenduft schafft Behaglichkeit, stärkt die Lebensenergie und Erholungsfähigkeit

Zirbenholz verbessert die Schlafqualität und  Regenerationsphase

Zirbenholz wirkt Wetterfühligkeit entgegen und stabilisiert den Kreislauf

Zirbenduft wirkt antibakteriell und mottenabwehrend

Zirbenduft ist sehr wohlriechend, beruhigt und entlastet den Kreislauf

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