Kleine Gärten eindrucksvoll gestalten

Gärten sind heute wichtiger denn je, besonders für Menschen in der Stadt. In unserem oftmals hektischen Alltag ist der Garten zu einem Ort der Ruhe und Entspannung geworden, in dem man die Jahreszeiten ablesen kann und ein Gespür für Natur vermittelt bekommt. Auch im kleinen Garten kann man sich wunderbar erholen.

Foto: blv/Gary Rogers

Die ruhige Wasseroberfläche wirkt wie ein Spiegel, in dem sich Himmel, Wolken und nähere Umgebung abbilden. Dadurch hat man das Gefühl, sich in einem weitaus größeren Raum zu befinden als es tatsächlich der Fall ist.

Das Bild des Gartens wandelt sich kontinuierlich mit den Jahreszeiten. Das macht ihn zu einem besonderen und unverwechselbaren Ort. Heute fallen die Gärten jedoch deutlich kleiner aus als noch vor zwanzig Jahren, die Ansprüche dagegen sind gewachsen: Auf den Wunschlisten vieler Gartenbesitzer stehen ein Teich oder Wasserbecken, eine große Terrasse am Haus sowie viel Platz für Kübelpflanzen und eine großzügige Rasenfläche, die von Bäumen und Sträuchern umgeben ist.
Bei der Gestaltung geht es auch immer darum, dem Garten seinen ganz eigenen Charakter zu verleihen und ihn zu einem sinnlich erfahrbaren Ort zu machen, in dem sich zudem die Persönlichkeit seines Besitzers widerspiegelt. Ob ein Garten harmonisch und gelungen wirkt, ist keine Frage der Größe. Ganz im Gegenteil: Bewusst geplant und angelegt, kann bereits auf wenigen Quadratmetern ein kleines Paradies entstehen.
In einem kleinen Garten hat die Gestaltung der baulichen Elemente stets Vorrang. Wege, Terrassen, Mauern, Pergolen sollten einen geeigneten Platz gefunden haben, bevor man die Pflanzen darauf abstimmt.
Haus und Garten sind immer als eine Einheit zu betrachten. Deshalb ist es wichtig, sich bei der Auswahl der Baumaterialien für den Garten an den Materialen sowie der Farbgestaltung des Wohnhauses zu orientieren, um einen harmonischen Übergang herzustellen.
Im Hausinneren verschafft man sich in der Regel einen Überblick über die Größenverhältnisse des Raumes und wählt dann entsprechende Möbel aus. Bei der Planung des Außenraumes sollte man ganz .hnlich vorgehen. Der Garten ist das grüne Wohnzimmer, er bietet seinen Gästen in der Regel genügend Platz zum Sitzen, Essen und Entspannen – nur eben findet der Aufenthalt darin unter freiem Himmel statt.

Foto: blv/Andrea Christmann

Ein spannender Mix aus Pflanzen und Sträuchern macht aus jedem Garten ein kleines Paradies

Der richtige Stil

Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen kleinen Garten zu gestalten. Der Stil ist immer eine persönliche Entscheidung; ob streng formal oder naturnah – es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um sowohl als auch. Alles ist möglich, nur sollten die Gestaltungsregeln in ihren Grundzügen befolgt werden. Die Stilrichtungen können harmonisch oder gegensätzlich sein. Allerdings hat man es bei der Umsetzung häufig leichter, wenn man sich schon während der Planungsphase auf einen Stil festgelegt hat. Ein Gartenstil kann minimalistisch sein, wie etwa ein Japanischer Garten, oder architektonisch, wie ein moderner Garten, aber auch einen lieblich-ländlichen Eindruck vermitteln, wie etwa ein Bauerngarten. So kann an jedem Platz durch eine bewusste Planung, deren Grundlage die sinnvolle Verbindung von Schönheit und Funktionalität bildet, ein harmonischer grüner Raum entstehen.

Den Eindruck von Größe erzeugen

Häufig wirken kleine Gärten größer, als sie tatsächlich sind. Mit einigen Tricks lässt sich ihre mangelnde Größe gut kaschieren. Um einen Garten weitläufiger erscheinen zu lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Schon durch das Bilden einzelner Räume mit höheren Hecken oder einen geschickt platzierten Blütenstrauch etwa ist der Garten nicht gleich auf einen Blick einsehbar und wirkt dadurch interessant und geheimnisvoll. Zudem erscheint er dem Besucher bei seinem Entdeckungsgang größer, als er ist. In einem kleinen Garten ist die Höhe besonders wichtig. Denn hier, wo die Fläche begrenzt ist, ist die dritte Dimension von großem Nutzen: So kann man bereits mit drei Stufen die Ebene wechseln, zu einem erhöhten oder abgesenkten Ort gelangen und damit einen neuen Raum betreten. Ein Gefühl von Großzügigkeit stellt sich ein. Aber nicht nur ein abgesenkter Sitzplatz oder ein erhöhtes Wasserbecken bringen Weitläufigkeit in den Garten, sondern auch Rankgerüste wie Pergolen und Bögen, die von Kletterpflanzen umschlungen werden. Besonders willkommen sind sie, wenn für Bäume oder grßeere Sträucher nicht genügend Platz ist. Auch größere Kübelpflanzen bilden einen reizvollen Blickfang und einige von ihnen können gut verpackt draußen überwintern.

Foto: blv/Ursel Borstel

Auf den Stufen der Treppe lassen sich jede Menge Kübelpflanzen unterbringen, und die Fassade bietet üppig blühenden Kletterrosen viel Platz zum Ranken. Dadurch erscheint die Fläche vor dem Haus größer als sie tatsächlich ist.

Foto: blv/Hans Reinhard

Genügend Platz für einen schattigen Rückzugsort, etwa unter einem Obstbaum oder in der Nähe des Gartenhauses, findet sich immer – auch in einem kleinen Garten.

Einfach und klar

Richtig gestaltet, können kleine Gärten durchaus großartig wirken. Denn in den oftmals winzigen Refugien liegen große Chancen verborgen. Sie werden häufig nur nicht richtig ausgeschöpft. Man muss nur einen Blick dafür entwickeln, dann lassen sich selbst die unscheinbarsten Winkel verschönern. Wenn man einige Gestaltungsregeln befolgt, hat man es leichter bei der Planung des Gartens. Die drei Prinzipien lauten: Eindeutigkeit, Besonderheit und Klarheit. Bei der Gestaltung eines kleinen Gartens liegt die Kunst vor allen Dingen darin, den vorhandenen Raum zu ordnen, ihn mit baulichen Elementen und Pflanzen zu strukturieren und dadurch größer erscheinen zu lassen. Allerdings sollte das Hauptaugenmerk den Pflanzen gelten.
Ein gut durchdachtes Konzept erspart unnötige Zeit und Mühe. Großen Wert sollte man auf eine zurückhaltende Gestaltung sowie klare Formen legen. Bei der Neuanlage nach dem Hausbau oder -kauf hat man hier relativ freie Hand. Soll ein vorhandener kleiner Garten umgestaltet werden, ist es ratsam, die Verbindung zwischen den alten Strukturen und den neuen Elementen herzustellen. Dabei ist es in der Regel einfacher, lediglich kleine Gehölze und Stauden auszutauschen, als die Grundstruktur zu ändern.

Formen und Farben

Auch sollte man sich auf wenige Baumaterialien beschränken. Ein einheitlicher Bodenbelag aus Naturstein oder Holz wirkt großzügiger als ein bunter Mix aus verschiedenen Formaten und Steinen. Große Natursteinplatten etwa erzeugen ein Gefühl von Weiträumigkeit, während eine Fläche aus Mosaikpflaster die Kleinteiligkeit unterstreicht und beengend wirkt. Eine schlichte und zurückhaltende Bepflanzung mit wenigen Solitären trägt ebenfalls dazu bei, dass ein kleiner Garten großzügiger erscheint. 
Und auch die Farben der Blütenstauden spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Garten größer wirken zu lassen. Blasse Farben wie zum Beispiel die hellblauen Blüten des Rittersporns Delphinium ‘Perlmutterbaum’ vermitteln den Eindruck von Weite. Sie sollten in einem blauviolett gestalteten Staudenbeet bewusst im Hintergrund verwendet werden. Dagegen scheinen sich kräftige Farben wie die gelben und orangefarbenen Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis) förmlich nach vorne zu drängen. Daher sollten sie in einem Sommerbeet stets in den Vordergrund gesetzt werden.

BUCHTIPP:

Kleine Gärten gestalten

Die Gestaltung kleiner Flächen: alle Grundlagen, bewährte optische Tricks und Insider-Tipps. Pflanzen anordnen, mit Perspektiven spielen, Akzente setzen. Praktische Hilfe bei der Neuanlage oder Umgestaltung. Wasser-, Rosen-, Landhaus-, Gräsergärten und mehr.

blv, 168 Seiten
ISBN: 978-3-8354-1328-3, 16,99 Euro

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